An alle
Putinversteher!
Die
Diskussion in der Talkshow «Menschen bei Maischberger» im Ersten
Deutschen Fernsehen (ARD) am 24.02.2015 war für mich schon Anlass
genug. Der grausame Mord von Boris Nemzov in Moskau, am 27.02.15
wurde jetzt aber der letzte Tropfen, der das Fass meiner Geduld zum
überlaufen brachte und somit die tote Stille meiner Schweigsamkeit
endgültig durchbrach.
Ich kann und will nicht
mehr tatenlos und schweigend zusehen, wie die vielen, vor allem auch
renommierte, Vertreter des Westens, einige zynisch, die anderen aber
scheinend mit Überzeugung, alles wofür eigentlich seit je und je
der Westen stand, alles, was er für unterdrückte Völker dieser
Welt repräsentierte, und alles, was den Unterschied zwischen der
Freiheit und Demokratie und Totalitarismus ausmachte, mit Füßen
zertreten und somit, ohne es zu ahnen, sich selbst eigenhändig die
Schlinge um eigener Hals festziehen.
Es kommt mir wie das
Stockholmer Syndrom vor! Sind Sie etwa bemüht dem Henker seine
Arbeit zu ersparen? Bitte, hören Sie auf, den Henker der Ihnen
gerade Ihre Henkersmahlzeit zubereitet, verstehen zu wollen, es sei
denn Sie seien überzeugt, Sie hätten das, was er vorhat, verdient!
Ich möchte aufschreien,
bis meine Stimmbänder nicht mehr mitmachen - HALT, STOP, AUSZEIT!
Allen, die mit einer
arroganten «besserwisserischen» Haltung versuchen, putins Handlung
zu verteidigen, möchte ich ein Paar Fragen stellen:
- Würden Sie genauso reagieren, wenn Ihr Land auf diese zynische Art angegriffen worden wäre?
- Würden Sie genauso reagieren, wenn sich (um Gottes willen, aber nur so, als Beispiel) das Bundesland Brandenburg mit Hilfe «höflicher grüner Männchen» und unter Vorwand eines Referendums plötzlich als unabhängig erklären würde?
- Würden Sie genauso reagieren, wenn das Ihre Mitbürger und Mitbürgerinnen, Ihre Verwandten, Ihre Söhne und Ihre Töchter wären, die dort sterben?
- Würden Sie genauso reagieren, wenn Russland keine Atomwaffen hätte?
- Und zum Schluss - möchten Sie in Deutschland, und dann letztendlich in ganz Europa, unter «putinistischen» Verhältnissen leben?
Wenn Sie dazu neigen
alle, oder zumindest nur die letzte Frage mit einem «nein» zu
beantworten, dann sollen Sie nur eins bedenken – genau das wird
geschehen, wenn Sie nicht dringend aufhören von Russland zu reden,
wo Sie eigentlich nur die verbrecherische Putinspolitik meinen!
Ich bin
Österreicher. Geboren und aufgewachsen bin ich aber in Russland.
Knapp die Hälfte meines Lebens lebte ich in Russland. Ich ging in
eine russische Schule, ich lebte ein russisches Leben als einer unter
den anderen Millionen Russen. Ich habe auch beim russischen (damals
noch sowjetischen) Militär meinen Wehrdienst absolviert. Ich habe
meine Kontakte mit Russland nicht abgebrochen. Meine Frau ist eine
Russin und die ganze Familie, samt Kinder, spricht zu Hause Russisch.
Natürlich habe ich viele russische Freunde und Verwandte. Und schon
allein darum, glaube ich, (auch, wenn ich keine renommierte
Persönlichkeit bin) ein kleines Bisschen besser beurteilen zu
können, was tatsächlich in Russland los ist, was die Russen selbst
davon halten und schließlich, was die wirklichen Gründe für die
Katastrophe in der Ukraine sind.
Besser, als
die, sich mit typisch russischer «Besserwisserkrankheit»
angesteckter Möchtegerne-Russlandkenner, die ständig anstatt mutig
und ehrlich das Wort «putin» in den Mund zu nehmen ohne mit der
Wimper zu zucken, schlicht «Russland» sagen.
Bringen Sie
da nicht etwas durcheinander? Und ist vielleicht nicht ein denkbarer
Grund hierfür, dass diejenigen seltenen Vertreter des Westens,
solche wie z.B. der deutsche Journalist und Buchautor Boris Reitschuster, die es wagten die Dinge offen und bei Namen zu nennen,
sind jetzt lebensbedroht (was sich übrigens mittlerweile durch einen
grausamen Mord an Boris Nemzov bestätigte und somit berechtig wurde)
und in Russland Persona non grata sind?
Und noch eine
wichtige Frage möchte ich Ihnen stellen - warum hat «mich» keiner
gefragt? «Mich» unter Anführungszeichen, weil ich darunter
Abertausende, vielleicht gar Millionen Menschen wie mich meine? Von
über 140 Millionen Russlandeinwohnern ganz zu schweigen!
Sie sagen der Westen
hätte die Interessen der Russen berücksichtigen sollen, um den
Konflikt in der Ukraine nicht zu provozieren.
Hören Sie bitte auf mit
dem Schwachsinn! Die Russen haben kein Interesse einen Krieg zu
führen, und deren Söhne und Töchter sterben zu lassen! Die Russen
haben kein Interesse ihre Brüder und Schwester in der Ukraine zu
töten! Wenn Sie sich dabei aber auf einen Abschaum von ein paar
tausenden Kriminellen, die zum Teil nicht einmal freiwillig, von ganz
Russland zusammengetrieben und zum Krieg gezwungen werden, oder auf
die armen Wehrdienstpflichtigen, die man auch, zum größten Teil
durch Beraubung ihrer Rechte mit Drohungen, Betrug und Gewalt, zum
Kämpfen zwingt, oder auf die wenigen, deren Kopf von putins
«gebels-TV» komplett verdreht wurde, berufen, so bedenken Sie nur
eins - wäre das alles ohne putin möglich?
Putin mit seiner Bande
vertritt nicht die Interessen der Russen! Und nicht die Interessen
Russlands! Diese Kriminellen reissten die Macht mit dubiösen und
rechtswidrigen Methoden an sich und machten alle Russen und auch das
ganze Land zu Ihren Geiseln!
Das Einzige, woran Sie
Interesse haben ist, ihre Beute aus den mörderischen Raubzügen zu
vermehren und nicht zu verlieren. Und das einzige Mittel hierzu, ist
um jeden Preis und mit jedem Mittel an der Macht zu bleiben.
Ansonsten haben sie Angst, nicht nur alles was sie erbeutet hatten zu
verlieren, sondern auch ihr eigenes Leben. Denn sollten sie eines
Tages nicht mehr an der Macht sein, werden die Verbrechen, die sie
begonnen haben, unvermeidlich aufgeklärt und sie werden zu
Verantwortung gezogen!
Also um die Frage «who
is tatsächlich mr. putin» zu beantworten, brauchen Sie nur nicht
faul und dem Umgang mit Google nicht scheu zu sein! Hierfür nur
einige Belege aus seinen früheren Zeiten, lange bevor er zum
Präsidenten wurde:
Wenn nicht diese
Tragödie in der Ukraine wäre, würde mir die ganze Geschichte wie
ein billiger Farce erscheinen, über eine Witzfigur, einen
unglücklichen, albernen Kleinganoven, der aus der Gosse kam, rein
zufällig einen Jackpot im Lotto aufriss, auf Grund dessen sofort
begann an seine göttliche Bestimmung zu glauben, sich einen teuren
Anzug kaufte und unbedingt ein Mitglied eines elitären Schachklubs
werden wollte. Man ließ ihn zwar dem Schachklub beitreten, aber als
er begann beim spielen trotz (oder gerade auf Grund von?) Mogeln,
Schummeln und miesen Tricks ständig nur zu verlieren, schnippte er
in einem Hysterieanfall alle Figuren vom Brett weg, reiste das Brett
an sich und begann seine Spielgegner mit dem Schachbrett auf den Kopf
zu hauen, anscheinend mit der Überzeugung, so die Klubmitglieder zu
zwingen ihn respektvoll zu behandeln und ihn als gleichwertiger
Spieler anzuerkennen. Da sein Schachbrett aber einen nuklearen
Sprengkopf hat, sind sie lieber putinsversteherische Klubmitglieder,
offensichtlich willig, nicht nur sein enorm krankes Verhalten über
sich ergehen zu lassen, sondern auch diesen für ihn noch zu
rechtfertigen. So scheint sich, durch ihr unterwürfiges Verhalten,
seine Überzeugung zu bestätigen!
Es ist mir schon klar,
dass Sie somit höchstwahrscheinlich nur zu verhindern versuchen,
dass der Krieg bald auch vor Ihrer Tür steht. Aber glauben Sie mir,
Sie erreichen damit nur das Gegenteil! Warum sollte er aufhören,
wenn er sich durch Ihre Reaktion in seiner perverser Überzeugung
bestätig fühlt?
Also, wenn Sie, lieber
Putinversteher, tatsächlich überzeugt sind, dass Sie auch weiter
dies über sich ergehen lassen wollen, und darüber hinaus solch ein
Verhalten akzeptieren und nach solchen abartigen Spielregeln spielen
wollen, dann sollten Sie vielleicht über einen Umzug nach putins
Russland und eine Integration in seine Strukturen nachdenken. Ich bin
aber gespannt, wie lange Sie dort zufriedene Geschichte behalten
werden und wie lange es dauern wird, bis Sie hals über kopf von dort
fliehen werden!
P.S.
Und noch eins sollen Sie
bedenken. Putin lebt nicht ewig. Früher oder später wird seine
Macht vorbei sein. Früher oder später wird Russland sich zu einem
demokratischen, freiem Rechtsstaat entwickeln. Und dann werden alle
seine Verbrechen und somit auch sein Leitmotive aufgedeckt und
veröffentlicht. Und dann werden Sie sich dafür schämen, dass Sie
ihn verteidigt hatten.
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